URLAUB IN DEN BAYERISCHEN ALPEN


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Urlaub im Berchtesgadener Land...


Die Berge gehören allen. Damit die “heile Bergwelt” auch erhalten bleibt, sind selbst Urlaubsvergnügungen Grenzen gesetzt.

Die bayerische Alpenkette ist 280 Kilometer lang. Dabei handelt es sich um einen schmalen Saum, der sich vom Bodensee bis zur östlichen Salzach erstreckt.
Schneebedeckte Gipfel der bayerischen Berge, saftige Almwiesen und grüne Täler prägen pauschal das Bayern-Bild vieler Deutscher jenseits der weiß-blauen Grenzpfähle. Und wie es mit den Klischees oft so ist, - sie stimmen - nicht uneingeschränkt - jedoch tendeziell.

Jodelnde Senner und fleißig melkende Sennerinnen gibt es eben nicht nur als geschicktes Sudioarrangement in den unzähligen Fremdenverkehrsbroschüren.
Immerhin werden im Freistaat Bayern noch mehr als 40000 Hektar Almland regelmäßig bewirtschaftet. Dennoch wird - und an dieser Stelle kommen alle Klischees in Rutschen - die Idylle von verschiedenen Seiten bedroht: Wanderer, Mountain-Biker und Gleitschirmpiloten gefährden die letzten Reservate seltener Tiere und Pflanzen.

In Bayern gibt es zusätzlich zahlreiche vorchristliche, magische Orte und Orte der Kraft
hier zu finden.

Die Geographen des Bayerischen Landesvermessungsamtes gliedern “ihren” Anteil an den Alpen in 3 Bereiche:

Den Westflügel vom Bodensee bis zum Lech nehmen die Allgäuer Alpen ein, deren höchster Gipfel die 2645 Meter hohe Mädelegabel ist. Die Allgäuer Alpen umrahmen das klimatisch angenehm milde Oberstdorfer Becken. Typisch für ihre von der Iller zerschnittene Voralpenzone sind sanftgeformte Berge und weit ausgebreitete Almen.

Zwischen Lech und Inn folgen die Oberbayerischen Alpen. Sie bestehen aus den Hochalpen mit Wetterstein und Karwendel im Süden und dem Ammergebirge, den Walchenseebergen, den Tegernseer Bergen und Schlierseer Bergen im Norden. Höchster Gipfel ist die Zugspitze, die mit 2963 Metern über dem Meeresspiegel zugleich Bayerns (und Deutschlands) höchster Punkt überhaupt markiert.

Den östlichen Abschluss bis zur Salzach bilden die Chiemgauer Alpen und die Berchtesgadener Alpen deren mächtige Kalksandsteinblöcke das Reichenhaller Becken und das Berchtesgadener Becken überragen. Diesen Bereich beherrscht das Watzmannmassiv, dessen höchste Spitze 2714 Meter Höhe erreicht; Rang zwei unter Deutschlands Bergen.
 

Eine schwere Entscheidung

Allgäu oder Werdenfelser Land - Mangfallgebirge oder Chiemgauer Alpen? Wo wandert es sich nun am schönsten? Da kann keine Karte helfen - hilfreich ist hier nur der Praxis-Test. Das Angebot ist jedenfalls sehr groß: Von der sanft hügeligen, familienfreundlichen Tour bis zur riskanten Hochgebirgskletterei mit Seil und Steigeisen ist alles möglich.

Mehr als 40 Bergbahnen ermöglichen allein in Oberbayern auch den unsportlichsten Bergvagabunden noch den Eintritt in die Alpenwelt ohne große Anstrengung. Und im Winter tragen sie die Skifahrer der Regionen, die bis vor wenigen Jahrzehnten nur nach schweißtreibenden Aufstiegen erreichbar waren. Am Komfort jedenfalls mangelt es nicht, das ist eine grundsätzliche Erfahrung in den Bergen.

Doch so verständlich das Freizeit- und Freiheitsbedürfnis auch ist, so deutlich sind die Warnungen der regionalen Naturschutzverbände vor einer Überbeanspruchung der letzten intakten Reservate für Enzian und Gemse.

Ein Trend, weg von der völlig rücksichtslosen Ausnutzung, hin zum verantwortungsbewußteren Umgang mit der Natur, ist auszumachen. In Einzelfällen wurden tatsächlich Liftanlagen aus Naturschutzgründen abgebaut. Oder Beschneiungsanlagen, die für Skivergüngungen ohne natürlichen Niederschlag sorgen, nicht in jedem Fall genehmigt. Denn es hat sich herumgesprochen, daß diese Apparaturen den Grundwasserspiegel in sensiblen Bereichen drastisch senken und so zur Verkarstung ganzer Berghänge beitragen können.

Am reibungslostesten klappt die Vorsorge, wenn Fremdenverkehrsgemeinden mit Bergwacht oder Alpenverein zusammenarbeiten; rüden Machernaturen im Touristikgewerbe tut solch zarter Idealismus natürlich nicht weh, geht es hier meist um Tourentips oder die oft vorbildliche Ausschilderung von Wanderwegen, um auf gefährdete Biotope aufmerksam zu machen.

Auch die noch relativ junge, sich rasch verbreitende Trendsportart “Gleitschirmfliegen” erweist sich als zusätzlicher Streßfaktor für die Bergregionen. Denn anders als die Drachenflieger erreichen die Gleiter mit ihrer nur wenige Kilo schweren Flugausrüstung noch die entlegendsten Startplätze. Damit aber schränken sie die ohnehin schon beengten Rückzugszonen für geschützte Tiere weiter ein. Werden diese vor allem im Winter durch Tiefflieger aufgeschreckt und in die Flucht getrieben, steigt ihr Energieverbrauch um mindestens das Zehnfache. Die Folge davon ist, dass die im Sommer und Herbst angefressenen Vorräte nicht ausreichen und Rehe, Hirsche, Gemsen, Steinböcke sich an Rinden und Knospen schadlos halten. Der durch Umwelteinflüße ohnehin kränkelnde Bergwald wird so weiter geschädigt.
Das Problem ist zumindest erkannt, auch bei denen, die es zuerst angeht. Wie man hört, wird auch unter Gleitschirmfreunden immerhin schon darüber diskutiert.

Nun ist gegen eine vernünftige, den natürlichen Gegebenheiten angepaßte Freizeitgestaltung in den Bergen ja wenig einzuwenden. Es sind eher die rücksichtlosen Wanderer, Skifahrer oder zB auch Gleitschirmflieger, die das Ökosystem der Alpen nachhaltig gefährden. Wie man es richtig macht, wo man kraxeln kann und welche Ausrüstung man dazu braucht das erklären die örtlichen Tourismusverbände potentiellen Gipfelstürmern und Naturfreunden.





 

Quelle:
eigene und
Von den Alpen bis zum Spessart, Weltbild